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© Leapmotor
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April 2025

Kennen Sie Leapmotor?

Neue Marke, neues Glück: Der chinesische Hersteller Leapmotor will mit leistbaren Autos in Europa Fuß fassen. Ambitioniert, aber machbar, wie die erste Ausfahrt mit dem SUV C10 zeigt.    

Viele neue Autohersteller aus China haben es in Österreich nicht gerade einfach. Abgesehen von MG und BYD sind Fahrzeuge aus China bei uns noch eher selten anzutreffen. Jetzt steht ein neuer Player in den Startlöchern. Der etwas sperrige Name: Leapmotor. Die Zutaten für einen erfolgreichen Marktstart scheinen aber jedenfalls gegeben.

Stellantis, der europäische Automobilkonzern (u.a. Peugeot, Citroën, DS, Opel, Fiat, Alfa Romeo und Jeep), hat eine strategische Partnerschaft mit der chinesischen Elektrofahrzeugmarke Leapmotor (2015 in Hangzhou gegründet) geschlossen, um die globale Expansion von Elektrofahrzeugen voranzutreiben. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit investierte Stellantis 5,9 Milliarden Euro und erwarb 21 Prozent von Leapmotor sowie eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem neu gegründeten Joint Venture "Leapmotor International".

Stellantis erhält dadurch nicht nur Zugriff auf Leapmotors fortschrittliche Elektrofahrzeug-Technologien, sondern auch Zugang zum chinesischen Fahrzeugmarkt. Leapmotor wiederum profitiert von Stellantis' globalem Vertriebsnetz und Produktionsanlagen in über 30 Märkten. Leapmotor ist also keine gewöhnliche Marke von Stellantis. Die Fahrzeuge basieren nicht auf den Plattformen des Stellantis-Konzerns, und das Unternehmen greift auch nicht maßgeblich in die Entwicklung oder Produktion ein.

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Das Video zum Leapmotor C10

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Konkurrenz belebt

Jetzt kommen die ersten beiden Modelle nach Europa. Zum einen der Kleinwagen T03, zum anderen das Mittelklasse-SUV C10.

Auf einer ersten Testfahrt hatten wir jetzt die Möglichkeit, das 4,74 Meter lange SUV mit der wenig inspirierenden Modellbezeichnung C10 erstmals unter die Lupe zu nehmen. Unübersehbar: Optisch wagen die Chinesen keine Experimente. Die Front mit seinen schmalen Scheinwerfern hat ein bisschen was von Smart, das durchgehende Leuchtband am Heck erinnert dagegen an den Porsche Macan.

Leapmotor C10

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1 Mit einer Außenlänge von rund 4,7 Metern trifft das China-SUV auf eine Vielzahl an Konkurrenten. © Leapmotor

2 Die glattflächige Front mit den schmalen Scheinwerfern ist unspektakulär. Einen Frunk unter der Motorhaueb gibt es nicht. © Leapmotor

3 Das Heck mit seinem durchgehenden Leuchtband weckt Assoziationen. Richtig! Porsche! © Leapmotor

Hochwertig & Luftig

Wesentlich spannender ist da schon der Blick ins Innere des C10. Erster Eindruck: Keine Spur von unschönen harten Kunststoffen, vielmehr dominieren hochwertige Materialien und eine fehlerlose Verarbeitung das Cockpit. Apropos Arbeitsplatz: Das Interieur ist äußerst clean und aufs Wesentliche beschränkt.

Der große, mittig am Armaturenträger platzierte Touchscreen fällt unweigerlich ins Auge, seine Menüführung ist deutlich intuitiver als bei anderen chinesischen Herstellern. Doch nicht nur das erinnert an Tesla, auch die Drehräder am Lenkrad hat man schon gesehen.

Auch das Platzangebot des C10 kann sich sehen lassen. Vor allem im Fond fühlen sich sogar drei Insassen nicht beengt, speziell die Kniefreiheit ist enorm. Abstriche müssen lediglich beim Kofferraum hingenommen werden. Rund 400 Liter Volumen bei aufgestellten Rücksitzlehnen sind zwar familientauglich, aber bei weitem kein Spitzenwert.

Cockpit des Leapmotor C10

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1 Das Cockpit-Design des C10 ist aufs Wesentliche beschränkt. Vor allem die hochwertigen Materialien und die fehlerfreie Verarbeitung überzeugen. © Leapmotor

2 Das Dreh- und Drückrad am Lenkrad zum Steuern diverser Funktionen hat man auch schon bei Tesla gesehen… © Leapmotor

3 Die digitalen Armaturen hinterm Lenkrad sind informativ, die kleine Schrift aber nicht immer gut lesbar. © Leapmotor

Langstrecken-Läufer

Aktuell werden vom C10 zwei Antriebsvarianten angeboten. Neben der vollelektrischen Variante mit 218 PS rollt auch die von uns gefahrene Version namens REEV, also mit Range Extender, zu den Händlern. Dessen 28,4 kWh großer Akku (soll 145 Kilometer ohne weitere externe Ladung durchalten) wird während der Fahrt über einen 50-kW-Generator von einem 1,5 Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 88 PS aufgeladen.

Das Duo aus Verbrenner und Batterie soll eine maximale Reichweite von bis zu 970 Kilometer ohne Stopp ermöglichen, die CO2-Emissionen liegen im WLTP–Zyklus bei nur 10 Gramm pro Kilometer, was wiederum den Flottenverbrauch von Stellantis freut.

Das bedeutet im Alltag: Der C10 REEV fährt immer elektrisch, der E-Motor treibt dabei die Hinterräder an. Der Antrieb ist weitgehend mit dem rein elektrischen Bruder identisch. Je nach Fahrprogramm und Batterieladung schaltet sich der vorne eingebaute Verbrenner chinesischer Herkunft zu. Aber nur, um den Akku wieder mit frischem Strom zu versorgen und nicht, um die Räder anzutreiben.

Beim C10 REEV gibt es vier Energie-Programme. EV+: der Verbrenner schaltet sich erst zu, wenn die Batteriekapazität unter neun Prozent liegt. EV: gleiches Szenario, Zuschaltung bei unter 25 Prozent. Fuel: Motor-Unterstützung, wenn die Akkuleistung unter 80 Prozent fällt. Power+: Der Verbrenner arbeitet immer mit und kann den Akku während der Fahrt bis zu 100 Prozent aufladen.

In China boomen Plug-in-Hybride seit Jahren. Kein Wunder, da das Stromtanken in den Mega-Citys zunehmend zum logistischen Problem wird. Alleine 2023 stiegen die Verkäufe um 166 Prozent. 2024 wurden über 1,2 Millionen PHEV verkauft.

Einmal alles

Überrascht hat uns nicht nur das durchaus agile Handling, vor allem der gute Abrollkomfort in Kombination mit den langstreckentauglichen Sitzen sorgt für ermüdungsfreies Fahren. Lediglich die schlecht dosierbaren Bremsen trüben den insgesamt soliden Gesamteindruck. Ein Update soll aber Abhilfe schaffen.

Im Konkurrenzvergleich steht der C10 preislich attraktiv da. Los geht’s ab 39.400 Euro inklusive aller aktuell verfügbaren Assistenzsysteme, Klimaautomatik, Wärmepumpe, 360-Grad-Kamera, Parksensoren hinten, Online-Navi, Vehicle-to-Load, Adaptivtempomat, LED-Scheinwerfer und einigem mehr. Die vollelektrische Variante kostet ohne jeglicher Förderungen übrigens gleich viel.

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