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ÖAMTC: Kraftstoffpreise 2024 im Rückblick

Leichter Rückgang der Preise, aber CO2-Bepreisung lässt Kosten im Neuen Jahr steigen

Die Analyse des Mobilitätsclubs zeigt, dass Autofahrer:innen 2024 im Vergleich zum Vorjahr geringfügig sparen konnten: Die Preise für Benzin sanken um etwa ein Prozent (zwei Cent), während Diesel um rund drei Prozent (vier Cent) günstiger wurde. Ausschlaggebend hierfür war einerseits der niedrigere Rohölpreis, bedingt durch globale Konjunktursorgen, sowie andererseits der Rückgang der Aufschläge bei den Spritpreisen, die nach Beginn des Ukraine-Kriegs besonders hoch waren. Gegenteilig wirkte sich hingegen die auch 2024 gestiegene CO2-Bepreisung aus.

Diesel auch 2024 wieder teurer als Benzin

Trotz eines stärkeren Rückgangs beim Preis blieb Diesel im Jahresschnitt mit bis dato (Stand 26. Dezember 2024) 1,596 Euro pro Liter teurer als Benzin, der durchschnittlich 1,569 Euro kostete. Diesel ist damit bereits das dritte Jahr in Folge teurer als Benzin und das trotz der niedrigeren Mineralölsteuer. Lediglich von April bis September war Diesel 2024 günstiger oder ähnlich teuer wie Benzin. Auch aktuell zahlt man rund 3,5 Cent mehr für den Liter Diesel. Aufgrund der steigenden CO2-Bepreisung und des höheren CO2-Gehalts je Liter Diesel wird man sich an dieses Bild an den Preisauszeichnungstafeln wahrscheinlich gewöhnen müssen. Auch wenn nur noch etwa jeder fünfte neuzugelassene Pkw in Österreich über einen Diesel- oder Dieselhybrid-Motor verfügt und die Zahl an Diesel-Pkw in Österreich seit 2020 kontinuierlich sinkt, tankt immer noch etwa die Hälfte aller Pkw-Besitzer:innen in Österreich Dieselkraftstoff.

Sonntag günstigster Tanktag der Woche

Auch 2024 zeigte sich, dass man am Wochenende günstiger tankt als zur Wochenmitte. Besonders günstig war meistens der Sonntag, hier waren Einsparungen von ungefähr vier Cent zum teuersten Tag der Woche möglich. Extra "ausfahren" muss man am Sonntag dennoch nicht, da die Preise von Sonntagnachmittag bis Montag um 12 Uhr nur sinken können, weil erst dann wieder eine Preiserhöhung möglich ist.

Preisanstieg im Jahr 2025 erwartbar

Mit Jahreswechsel steigt die nationale CO2-Bepreisung von 45 auf 55 Euro je Tonne CO2. An den Zapfsäulen bedeutet das eine Erhöhung von rund drei Cent, aufgrund des höheren CO2-Gehalts je Liter ist Diesel jedoch stärker betroffen. Insgesamt machen die CO2-Kosten im Jahr 2025 inklusive Umsatzsteuer bei Benzin 15 Cent und bei Diesel 16,5 Cent der Zapfsäulen-Preise aus. Seit Einführung der CO2-Bepreisung im Oktober 2022 war Diesel rund 19 Monate lang im Schnitt teurer als Benzin. Ohne den CO2-Preis wären es etwa zwei Monate weniger gewesen.

Auf Basis der aktuellen Preise müsste man kommendes Jahr für eine 50-Liter-Tankfüllung bei Diesel rund 78 Euro und bei Benzin 76 Euro bezahlen. Davon entfallen sieben Euro (Diesel) bzw. sechs Euro (Benzin) auf die CO2-Bepreisung, 20 Euro (Diesel) bzw. 24 Euro (Benzin) auf die Mineralölsteuer sowie rund 13 Euro auf die Umsatzsteuer, die sowohl auf den Produktpreis und die CO2-Bepreisung als auch auf die Mineralölsteuer anfällt. Die Steuern und die höhere CO2-Bepreisung sind damit ab Jänner für rund 51 Prozent des Dieselpreises und 57 Prozent des Benzinpreises verantwortlich.

Zukunft des Klimabonus ungewiss

Der regionale Klimabonus, ursprünglich als Ausgleich für die CO2-Bepreisung eingeführt, richtet sich nach der Höhe des CO2-Preises und den daraus generierten Einnahmen. Angesichts der angespannten Budgetlage könnte es 2025 jedoch zu einer Reduktion – oder sogar zu einer Abschaffung – des Klimabonus kommen. "Ohne den regionalen Klimabonus wäre die CO2-Bepreisung jedoch nichts anderes als eine Mineralölsteuererhöhung, deren Einnahmen ins allgemeine Budget fließen", gibt Martin Grasslober, Verkehrswirtschaftsexperte des ÖAMTC, zu bedenken.

Rückfragehinweis für Journalist:innen:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
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