PRESSE
ÖAMTC: Skischuh als 100-kg-Geschoss – Gefahr durch ungesicherte Ladung
10.000 Euro Strafe für mangelnde Ladungssicherung möglich
Wer in den kommenden Wochen mit dem Auto auf Skiurlaub fährt, sollte beim Bepacken auf die richtige Sicherung der Sportausrüstung achten. "Ungesicherte Ladung kann schon bei einem Frontalcrash mit ca. 50 km/h Belastungen erzeugen, die dem 50-fachen des Eigengewichts entsprechen. Dann prallt ein 2-kg-schwerer Skischuh mit entsprechender Wucht möglicherweise auf eine:n Passagier:in", warnt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Mit höherer Geschwindigkeit potenziert sich die Gefahr – doppelte Geschwindigkeit bedeutet also vierfache Aufprallenergie.
Nicht gesicherte Ladung kann auch strafbar sein. "Die Ladung muss immer betriebssicher und so, dass sie Fahrmanövern standhält, verwahrt werden. Dazu zählen Beschleunigen, Bremsen, Kurvenfahren etc. Ist dies nicht der Fall, drohen Strafen bis zu 10.000 Euro. Außerdem kann die Weiterfahrt verboten werden", weiß der ÖAMTC-Experte. Wenn die Verkehrssicherheit gefährdet wird, können Verstöße gegen die Ladungssicherungspflicht sogar mit einer Vormerkung im Führerscheinregister geahndet werden. "Das betrifft nicht die Tasche auf dem Rücksitz, z. B. aber eine falsch beladene Dachbox, die sich löst, auf der Straße landet und den Nachfolgeverkehr gefährdet", so Kerbl.
ÖAMTC-Tipps für die Ladungssicherung
* Schweres in den Kofferraum und nach unten. "Koffer und Taschen gehören im Kofferraum möglichst weit unten an der Rückseite der hinteren Sitzbank platziert oder im hinteren Fußraum", erklärt Kerbl. Auf der Hutablage sollten keine Gegenstände liegen, auf Rücksitzen nur, wenn sie mit Zurr- oder Sicherheitsgurten gesichert sind. Werden Ski oder Snowboard im Innenraum transportiert, sollten die Kanten abgedeckt werden (Skisack oder Decke).
* Sperriges aufs Dach: Sicherer werden Gegenstände wie Ski oder Snowboard am Autodach transportiert – in einer Dachbox oder auf einem geeigneten Skiträger. Auch in der Dachbox muss man die Ladung verzurren. "Ohne stabile Spanngurte zur Fixierung des Inhalts kann das Ladegut in einer kritischen Fahrsituation zur Gefahr werden", warnt der ÖAMTC-Techniker. Beim Beladen muss man zudem die maximal zulässige Nutzlast der Dachbox sowie die erlaubte Dachlast des Autos beachten.
* Zurrgurte verwenden. Schwere Gegenstände sollten immer mit Zurrgurten oder -netzen gesichert werden. Bei neueren Fahrzeugen sind Zurrpunkte, wo man die Gurte anhängen kann, serienmäßig vorhanden.
* Lose Teile abdecken. "Taschen, die lose Teile enthalten, sollten verschlossen oder zugedeckt werden", so Kerbl. Bei Kombis, SUV, Vans und Fahrzeugen mit Fließheck sorgen Sicherheitsnetze und Trenngitter für zusätzliche Sicherheit.
* Freie Sicht. Wichtig ist beim Packen auch, dass die Sicht frei bleibt. "Idealerweise ist der '3-S-Blick' über Innenspiegel, Außenspiegel und über die Schulter möglich", so der Tipp des ÖAMTC-Experten. Wenn zwei Außenspiegel vorhanden sind (aktuell immer außer bei ganz alten Fahrzeugen), muss die Sicht durch den Innenspiegel aber nicht gegeben sein.
Rückfragehinweis für Journalist:innen:
ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at