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© Montage: Andreas Kaleta
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März 2025

Im siebenten Autohimmel

Stuttgart ist eine Stadt, die Autofans mit großen Namen magisch anzieht. Doch sie hat nicht nur Träume auf vier Rädern zu bieten.

Nach Stuttgart? Na klar. Selbst wenn Baden-Württembergs Hauptstadt vielleicht nicht zu jenen Metropolen Deutschlands zählt, von denen man sagt, dass sie auf die Bucket List gehören und unbedingt besichtigt werden müssen. Klar, Berlin, München oder Hamburg spielen touristisch in einer anderen Liga, sind Millionenstädte mit Weltstadt-Flair und allem, was dazugehört – und zurzeit ziemlich angesagt. Nach Stuttgart hingegen kommen wohl die meisten, um da ihren Geschäften nachzugehen oder die Zentralen ihrer Arbeitgeber aufzusuchen. Denn die Stadt, in der 600.000 Menschen leben, gehört auch international zu den Top-Wirtschaftsstandorten, vor allem für Unternehmen im automotiven Bereich. Mercedes-Benz, Bosch und Porsche sind hier daheim. Was auch weltweit dokumentiert wird: Das schwarze, sich aufbäumende Pferd im Porsche-Markenlogo ist 1:1 dem Stadtwappen, dem Rössle, entsprungen.

Für Autofans ist eine Reise nach Stuttgart sowieso eine Art Wallfahrt. Die riesigen Museen von Mercedes und Porsche sind quasi Pilgerstätten. Deutschlands Autostadt Nummer eins bietet aber noch viel mehr, das sich zu entdecken lohnt. Mit großen Parkanlagen im Zentrum und den sie umgebenden sanften Hügeln, mit ihren Wäldern und – eine Parallele zu Wien – Weingärten ist Stuttgart eine ziemlich grüne Stadt.

Um einen ersten Überblick zu bekommen, lohnt es sich, ganz ins Zentrum zu fahren – entweder mit dem Auto in die Apcoa-Tiefgarage am Schlossplatz oder mit U-Bahn oder Buslinie 42 zum Schlossplatz. Der ist der größte Platz des im Zweiten Weltkrieg arg zerstörten Zentrums. Hier stehen die wichtigsten Repräsentationsbauten. Von hier aus lassen sich die (nicht allzu große) Altstadt und die Einkaufsstraßen erschließen.

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Aber jetzt: Auf zu Porsche!

Vorsicht: Viel zu rasch vergeht die Zeit bei einem Bummel durch Stuttgarts Innenstadt. Weil das Thema dieser Reportage Automuseen sind, lautet der Vorschlag: Zuerst einmal zu Porsche nach Zuffenhausen, einem zu Stuttgart gehörenden Stadtteil. In 20 Minuten mit dem Auto ab Tiefgarage Schlossplatz oder mit der U15 Richtung Stammheim bis Hauptbahnhof und weiter mit der S6. Die Adresse des Museums – wie könnte es anders sein: Porscheplatz 1.

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© SMG– Werner Dieterich

In dem futuristischen Bau des Porsche Museums dreht sich ­auf 5.600 Quadratmeter alles um Stuttgarts Sportwagenmarke – beginnend mit dem ikonischen Typ 64, dem Urvater aller Porsches. Entwickelt aus einem Käfer-Prototyp mit einer 80 Kilo leichten Alu-Karossierie. Dazu die ersten handgefertigten 356, die zweisitzigen Rennwagen der 1950er, eine Kollektion der berühmtesten 917 von Helmut Markos Le-Mans-Siegerauto aus dem Jahr 1971 bis zum 1570 PS starken Doppelturbo-CanAm-Modell und Prototypen, die nie das Licht der Produktionshallen erblickten. Dazu zählt etwa der 911 als vollwertiger Viersitzer.

Ein Tipp: Eintrittskarte aufheben, sie kann bares Geld sparen. Anderswo...

Weiter zu Mercedes

Auch das Mercedes-Benz Museum liegt außerhalb des Zentrums, Autofans wissen natürlich, dass der Stadtteil Untertürkheim heißt. Wie man von der Innenstadt hinkommt? Vom Schlossplatz mit dem Auto in einer Viertelstunde. Orientierungspunkt dabei ist das Stadion, die MHP Arena, Heimstätte des VfB Stuttgart. Mit den Öffis dauert es mit U- und S-Bahn fast doppelt so lange. Die genaue Adresse ist auch bei der Marke mit dem Stern Programm: Mercedesstraße 100.

Wer die Eintrittskarte vom Porsche Museum vorzeigt, bekommt 25 Prozent Rabatt an der Museumskassa.

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© Daimler AG

Anders als das Porsche Museum präsentiert sich das Mercedes-Benz Museum im Stadtteil Untertürkheim: Hier werden die Exponate des ältesten Automobilherstellers der Welt immer mit der Zeit- und Kulturgeschichte ihrer jeweiligen Epoche verknüpft. Mit dem Aufzug geht es zu Beginn auf 34 Meter Höhe hinauf zum dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen aus dem Jahr 1886. Von dort entlang der chronologisch sortierten 160 Fahrzeuge und 1.500 Exponate ganz tief hinein in die Geschichte der Marke. Einer der Höhepunkte für die fast 900.000 jährlichen Besucher:innen ist die Steilkurve mit den legendären Silberpfeil-Rennwagen.

Im Auto übernachten – aber anders!

Eine Reise zu den Automuseen nach Stuttgart erfordert mindestens eine, besser aber zwei oder sogar drei Übernachtungen. Bloß wo? Für Autofreaks gibt es dafür nur eine Antwort: Das V8-Hotel im nahen Böblingen gilt für sie als erste Adresse. Das Themenhotel für PS-Fans mit seinen 153 Zimmern und 16 einzigartigen Themensuiten entstand aus einem ehemaligen Landes- und späteren Militärflughafen und ist viel mehr als nur eine Unterkunft. Es ist schon für sich eine Attraktion, die eigentlich bereits beim Einchecken beginnt.

Da werden in der Lobby in Monatsrhythmus wechselnde hochkarätige Modelle platziert, da schenkt man sich den O-Saft beim Frühstück von der Ladefläche eines patinierten alten US-Pick-ups ein, da stehen überall lederne Rückbänke als upgecycelte Sofas herum. Und wer mehr als ein Standard-Designzimmer mit wandhohen Motorsportfotos buchen möchte, kann die Nacht auch in zu Doppelbetten umgebauten ikonischen Fahrzeugen verbringen. Ein paar dieser 26 speziellen und individuellen Themenzimmer, die VW Käfer, Mini, S-Klasse, Porsche 911 oder Jaguar gewidmet sind, gibt es in der Bildergalerie unten zu sehen.

Bevor man vormittags in eines der rund 25 Kilometer entfernten Automuseen aufbricht, empfiehlt es sich, noch kurz durch die Legenden- oder die Handelshalle zu werfen und die käuflichen Raritäten zu bestaunen.

Shopping in Stuttgart?

Geht gut. Nicht nur in der Innenstadt, aber vor allem auch, weil Europas größtes Outlet-Center, die Outletcity Metzingen, gar nicht weit entfernt ist: 30 Kilometer sind es von Stuttgart Richtung Süden, nach München fährt man zwei Stunden. Viele Autofans planen auf der An- oder Abreise ­einen Stopover bei den 170 Stores mit 500 Labels ein. Damit den mitreisenden Kindern nicht fad wird, gibt es ein eigenes Kids Camp.

Entstanden ist das von viereinhalb Millionen Menschen pro Jahr besuchte Mega-Shopping-Arreal am Rande des Winzerstädtchens Metzingen aus dem ehemaligen Fabrikverkauf der hier ansässigen Hugo Boss AG. Die hypermoderne Architektur der Gebäude stellt einen spannenden Gegensatz zu den Fachwerkhäusern im historischen Ort dar.

2309-OC-Architektur-Schwenkel-01(c) Outletcity Metzingen (Kopie)_CMS.jpeg Outletcity Metzingen © Outletcity Metzingen
Edelmarken haben einen eigenen Bereich mit eigenen mehrstöckigen Pavillons.
2407-OC-Architektur-Hugo-Boss-Platz-01(c) Outletcity Metzingen_CMS.jpeg Outletcity Metzingen © Outletcity Metzingen
Das Outlet von Hugo Boss auf 5.000 Quadratmetern ist das größte.
2404-OC-Moxy-Outletcity-09(c) Outletcity Metzingen_CMS.jpeg Outletcity Metzingen © Outletcity Metzingen
Neu: das Moxy Hotel, wenn der Shopping-Tag zu kurz wird.

Diese automobile Pilgerreise nach Stuttgart wurde mit dem Auto absolviert. Auch mit dem Elektroauto gibt es keine Probleme, die Region ist sehr gut mit Ladeparks versorgt. Nur ein Beispiel: Im 70 Kilometer von Stuttgart entfernten Merklingen gibt es direkt an der Ausfahrt der A9, der Autobahn München–Stuttgart, einen Ladepark mit 64 Superchargern von Ionity- und Tesla.

Aber auch mit dem Flugzeug und der Bahn lässt es sich gut reisen. Sowohl die Railjets der ÖBB als auch die Garnituren der Westbahn steuern Stuttgart in rund sechseinhalb Stunden von Wien via Salzburg an.

Umfassende Infos über Stuttgart und die Region gibt es bei der Stuttgart Marketing GmbH.
Informationen über das Reiseland Deutschland bei der Deutschen Zentrale für Tourismus.

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